Anleitung zur Astrofotografie von Gasnebeln

Für mich ist die Fotografie von Gasnebeln mit Schmalbandfiltern die Königsdisziplin der Astrofotografie. "Gasnebel" bezieht sich hier auf Emissionsnebel (Bsp. Orionnebel) oder planetarische Nebel/Supernovaüberreste (Bsp. Cirrusnebel), in denen Licht absorbiert und wieder emittiert wird.  Für Reflexionsnebel wie M78, in denen das Licht lediglich reflektiert wird, funktioniert die Methode nicht. 


Monochromatische Schmalbandfilter beschränken das durchgelassene Licht auf eine Wellenlänge (z.B. die Hauptemissionslinie des Wasserstoffs H alpha bei 656nm) und liefern sehr kontrastreiche Bilder. Daher kann man mit Schmalbandfiltern auch bei relativ starker Lichtverschmutzung oder bei Mondlicht fotografieren. Da sie nur das Lichtspektrum um eine Wellenlänge durchlassen, muss man diese Aufnahmen aber mindestens mit einer RGB-Aufnahme kombinieren, um ein farbiges Bild zu erhalten. Richtig schön werden die Aufnahmen, wenn man Aufnahmen mit zwei oder drei Filtern und RGB in einem Foto kombiniert. Ein Standardkombination ist hier die sog. SHO-Palette, in der man vier Aufnahmen macht, die Schmalbandaufnahmen einzelnen Farbkanälen zuordnet und anschließend zusammenfügt:

  • H alpha (Wasserstoff bei 656nm) -> grün
  • OIII (Sauerstoff bei 501nm) -> blau
  • SII (Schwefel bei 672nm) -> rot
  • RGB

Auf diese Weise erhält man eine sehr schöne Farbtiefe. Da zudem Wasserstoff, Sauerstoff und Schwefel in einem Nebelobjekt unterschiedlich verteilt sind, hat man zusätzlich eine räumliche Tiefe erzeugt, die in einer einfachen RGB-Aufnahme so nicht gegeben ist. Die vierte RGB-Aufnahme dient in der SHO-Palette meistens nur noch dazu, dem Bild farbechte Sterne hinzuzufügen.

Farbkanäle

Die Wahl des Farbkanals für die Schmalbandfilter-Aufnahmen hat erhebliche Auswirkungen darauf, wie das Kompositfoto wirkt. In dieser Aufnahme vom Orionnebel M42/M43 werden zwei Aufnahmen (H alpha und OIII) in ihren natürlich Farben (rot bzw. grün/blau) mit einer RGB-Aufnahme für die Sterne kombiniert.

Dasselbe Foto wirkt völlig anders, wenn ich einen weitere Schmalbandfilteraufnahme (SII) hinzunehme und eine Farbzuordnung gem. der sog. Hubble-Palette verwende. Bei dieser für das Hubble Space Telescope entwickelten Farbgebung wird H alpha auf grün, OIII auf blau und SII auf rot gemappt.